Der PARAplegiker berichtet über Dekubitus Prävention mit dem LiVE One

Francesco Bilotta ist 65 Jahre alt, Basler aus Leidenschaft und ein Mensch, der das Leben liebt.  Viele Jahre lang führte er ein eigenes Unternehmen in der Lichtdesignbranche, in dem er kreative Lichtlösungen für Geschäftskunden entwarf, importierte und installierte. Er liebt gutes Essen, die Gesellschaft von Freunden, spontane Treffen und Momente, in denen man zusammen eine einfache, aber köstliche Pasta auf den Tisch stellt. Der PARAplegiker hat seine Geschichte über das Leben mit Querschnitt und sitzen auf dem LiVE One publiziert.

Im Jahr 2021 veränderte sich sein Leben völlig unerwartet, als während einer intravasalen Untersuchung versehentlich die Aorta verletzt wurde. Francesco wurde in kritischem Zustand ins Universitätsspital Basel verlegt. Während der lebensrettenden Maßnahmen erhielt sein Rückenmark zu wenig Sauerstoff: Die Folge war eine Paraplegie. Im REHAB Basel begann seine Neuorientierung und damit der Weg zurück in die Selbständigkeit im Alltag. Seine Wohnung wurde in dieser Zeit umgebaut: ein barrierefreies Bad und eine zweite, unterfahrbare Küche. Für Francesco war es entscheidend, trotz allem in seinem vertrauten Zuhause bleiben zu können. Er lernte, seinen Alltag neu zu gestalten. Doch starke Spastik im linken Bein und Rumpf sowie eine ausgeprägte Beckenschiefstellung und Skoliose führten zu täglichen Rückenschmerzen und Einschränkungen. 2022 entwickelten sich Druckgeschwüre am rechten sowie am linken Sitzbeinhöcker, die zu erheblichen Komplikationen führten und ihn beinahe erneut das Leben kosteten. Nach einer Lappenplastik lag Francesco monatelang im Bett, kämpfte mit Wundheilungsstörungen und erkannte in dieser Zeit, wie gefährlich ein Dekubitus tatsächlich ist: „Man wird für das Thema Risiko und Prävention von Dekubitus sensibilisiert. Doch wenn man erst seit Kurzem im Rollstuhl sitzt, hat man so viel neu zu lernen und zu organisieren. Das Problem ist, dass bereits kleine Abweichungen vom richtigen Umgang ein Druckgeschwür auslösen können. Und dann ist es zu spät“, sagt er heute. Nach diesen Erfahrungen ist die Prävention weiterer Dekubitus für ihn wichtiger als je zuvor.

Francesco war Teil der Entwicklungsphase des RELiYOO-Sitzkissens und nutzte die nun CE-zertifizierte Version im Rahmen einer Studie mit der Schweizerischen Paraplegiker-Forschung und der Universität Bern. Das Ergebnis: „Ich sitze stabiler und gerader, habe weniger Muskeltonus und deutlich weniger Rückenschmerzen.“ Sein Physiotherapeut bestätigt: Die Druckverteilung im Kissen korrigiert seinen Beckenschiefstand, wodurch sich Skoliose und Spastik reduzieren. Dies ermöglicht ihm mehr Oberkörperaktivität sowie Therapie im Stehtrainer, was seine Spastik und den erhöhten Muskeltonus zusätzlich vermindert. Der automatische Entlastungszyklus des Kissens trägt zur Prävention weiterer Dekubitus bei, auch wenn regelmäßiges Entlasten wichtig bleibt. Francesco sagt, dass der Tag für ihn ganz anders beginnt, wenn er aufrecht, stabil und mit weniger Schmerzen sitzen kann. Diese verbesserte Sitzqualität bedeutet für ihn mehr Lebensqualität und vor allem mehr Freiheit, sein Leben aktiv zu gestalten. Seit der Querschnittlähmung hat Francesco keine Ferien mehr gemacht, doch nun spürt er wieder den Wunsch, die Welt wie früher zusammen mit seiner Partnerin zu entdecken. Er denkt an warme Orte und an Reisen, die ihnen guttun würden. Er lebt nach dem Motto, die Hindernisse, die einem im Weg liegen, nicht allzu ernst zu nehmen. Sein Ziel? „Im Herbst endlich wieder in die Wärme, vielleicht auf die Kanarischen Inseln.“

(Quelle FGQ)

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